Kleber, Verdünner

  • Einnahmeart: einatmen
  • Mögliche Wirkung: Wohlbefinden, Wahrnehmungsänderungen
  • Keine Toleranzentwicklung
  • Wirkung bei Überdosen: Schwindel, Erbrechen, Bewusstlosigkeit
  • Entzugserscheinungen nicht bekannt
  • Keine physische Abhängigkeit, psychisches Abhängigkeitspotential
  • Besondere Gefahren bei häufigem Schnüffeln: u.a. bleibende Nervenlähmungen, Muskelschwund, Gehirnschäden, Leberschäden

Kokain

Kokain ist in den Blättern des südamerikanischen Kokastrauches enthalten

  • Einnahmeart: schnupfen, injizieren, rauchen der freien Base
  • Medizinische Anwendung bei Lokalanästhesie
  • Toleranzentwicklung
  • Wirkung: Erregung des zentralen Nervensystems, stimulierend, teilweise halluzinogen, Steigerung der Leistungsfähigkeit, Verminderung von Hunger, Durst und Müdigkeit, Euphorie, Gedankenreichtum, Steigerung der Kontaktfreudigkeit und der sexuellen Aktivität, Selbstüberschätzung, erweiterte Pupillen
  • Bei häufigem Konsum Intoxikationspsychose, Paranoia möglich, Abmagerung, Entzündungen der Nasenschleimhaut
  • Kein physisches Abhängigkeitspotential, psychisches groß
  • Folgen bei psychischer Abhängigkeit: Abmagerung, Nasenschleimhautentzündung durch Schnupfen , Schäden an Blutgefäßen durch gefäßverengende Wirkung, Desinteresse und Wahnideen

Kombitherapie

Inzwischen gibt es viele Therapieeinrichtungen, die gemäß der vorliegenden Situation des/der Betroffenen den einen oder anderen der oben beschriebenen „Therapiebausteinen“ kombinieren und anwenden. Hierzu ist in der Regel eine gute Vorbereitung und Planung seitens des/der Betroffenen und den Mitarbeitern der Drogenhilfe notwendig.

Kurzzeittherapie

Ist ebenfalls eine stationäre Maßname zur Behandlung einer Abhängigkeitserkrankung mit einer Behandlungsdauer von meist 2 Monaten. Die inhaltlichen Angebote sind mit denen einer stationären Langzeittherapie vergleichbar, konzentrieren sich aber auf die therapeutische Auseinandersetzung. Die Kurzzeittherapie richtet sich vornehmlich an Betroffene mit Therapievorerfahrung z.B. bei Therapiewiederholung oder Therapieabbruch. Diese Therapievariante ist auch zur Stabilisierung der Abstinenz geeignet, nach überstandener Krisensituation.

Langzeittherapie

Eine Langzeittherapie als stationäre Rehabilitationsmaßnahme ist ein Behandlungsangebot für Abhängigkeitserkrankte mit manifestem, chronischem Verlauf der Abhängigkeit. Sie ist meist in 2 Teilen aufgebaut: Die Haupttherapie, die in der Regel 4 Monate dauert, die anschließende Adaptionsphase (siehe unten), die 2 Monate dauert. Im Zentrum der gesamten Therapie steht die Bewältigung der Abhängigkeitserkrankung und deren Folgen. Inhaltliche Angebote einer stationären Langzeittherapie sind: Therapeutische Auseinandersetzung zu individuellen Problemlage und Ursachen der Erkrankung, Arbeitstherapie zum (Wieder-) Aufbau von Arbeitsfähigkeit, Beschäftigungs­therapie zum (wieder-) entdecken persönlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten, Freizeitangebote und weitere Maßnahmen, die in den einzelnen Einrichtungen auch unterschiedlich sind.

Literatur

  • Drogenpraxis, Drogenrecht, Drogenpolitik, Lorenz Böllinger, Heino Stöver, Frankfurt 1992
  • Normal & Süchtig, Rolf Harten, Hamburg 1990
  • Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen DSM-IV-TR, Hogrefe Verlag (März 2003)

LSD (auch „acid“ genannt)

  • Zusammensetzung: halbsynthetisches Derivat der Lysergsäure, der Bestandteil eines parasitären Pilzes,
  • Einnahmeart: oral in Form kleiner Tabletten, Gelatineplättchen oder Löschpapierstückchen
  • Toleranzentwicklung
  • Mögliche Wirkungen: Set und Setting sind ausschlaggebend für das Rauscherlebnis, Selbsttäuschung, Halluzinationen (farben­prächtige Verzerrungen der Realität), schlechte Einschätzung von Zeit und Entfernung, verzerrte Wahrnehmung, optische Wahrnehmungsdeformation 8 bis 12-stündige Tripps
  • Wirkung bei Überdosen: längeres intensives „Tripp-Erlebnis“, Psy­chose und Tod möglich
  • Vorsicht: LSD kombiniert mit Amphetamin oder Schlafmittel verlängert die Wirkung bis zu 72 Stunden, auch Horrortrips möglich
  • Keine physische Abhängigkeit, Grad des psychischen Abhängigkeitspotentials unbekannt

Methadon

Synthetisches Betäubungsmittel

  • Einnahme: oral, injizieren
  • Medizinische Anwendung zur Schmerzbekämpfung, Heroin- Ersatz (Substitut)
  • Toleranzentwicklung
  • Keine euphorisierende Wirkung
  • Großes physisches und psychisches Abhängigkeitspotential
  • Gefahren bei Beikonsum oder Überdosierungen

Morphin

Hauptinhaltsstoff des Opiums

  • Medizinische Anwendung zur Schmerzbekämpfung
  • Toleranzentwicklung
  • Einnahme: injizieren
  • Großes physisches und psychisches Abhängigkeitspotential

Nachsorge

Zur Durchführung einer Nachsorge muss diese als eine notwendige Anschlussbehandlung an eine stationäre Therapie von der stationären Einrichtung empfohlen werden. Ist dies der Fall, wird sie ebenfalls vom Haupt­kostenträger finanziert.

Stationär:

In der Regel sind die Nachsorgeeinrichtungen als Wohngemeinschaften in kleinen Wohneinheiten organisiert und befinden sich nicht mehr in direkter Nähe zur Haupteinrichtung. In der Nachsorge leben die Betroffenen selbstständig und versuchen dabei ihre Lebensentwürfe zu realisieren. Sie werden in dieser Phase weiterhin durch regelmäßige Einzel- und Gruppengespräche unterstützt. Eine Nachsorgebehandlung dauert zwischen 6 und 12 Monaten.

Ambulant:

ist ein Behandlungsangebot an Betroffene mit stabilem sozialem Umfeld, vorhandenem Arbeitsplatz, geklärter familiärer Situation und festem Wohnsitz.

mehr unter:

Nachtschattengewächse (Bilsenkraut, Stechapfel, Tollkirsche)

  • Wirkstoff: Scopolamin und Atropin
  • Mögliche Wirkungen: Halluzinationen, Bewußtseinstrübung, Verwirrtheit
  • Wirkung bei Überdosen: Delirien, Tod durch Atemlähmung

Sie gehören zu den gefährlichsten Halluzinogenen, stehen aber nicht im BtmG

Narkotika - Betäubungsdrogen

Folgende Wirkungen und Entzugserscheinungen gelten für alle Narkotika:

  • mögliche Wirkungen: dämpfende, ausgleichend-beruhigende Wirkung, Euphorie, Schläfrigkeit, Atemdämpfung, verengte Pupillen, Übelkeit, Schmerzstillung
  • Wirkung bei Überdosen: schwacher und flacher Atem, feuchte Haut, Krämpfe, Bewusstlosigkeit, Tod möglich durch Atem- und Kreislaufdepression (Atem-, Herzstillstand)
  • Entzugserscheinungen: wässrige Augen, triefende Nase, Gähnen, Appetitlosigkeit, Reizbarkeit, Zittern, Panik, Schüttelfrost und Schweißausbrüche, Krämpfe, Übelkeit

Opium - Saft des Schlafmohns

  • Verschiedene Wirkstoffe: Morphin, Codein, Narcotin, Papaverin,...
  • Einnahme: oral, rauchen
  • Medizinische Anwendung zur Schmerzbekämpfung, gegen Durchfall
  • Toleranzentwicklung (Körper gewöhnt sich an den Stoff und braucht immer mehr, dass sich die gewünschte Wirkung einstellt)
  • Großes physisches und psychisches Abhängigkeitspotential

Persönlichkeit

körperliche Disposition, seelische Disposition, Prämorbidität Selbstüberschätzung ....... Entwicklungsstörung ......

Peyotl-Kaktus

  • Wirkstoff: Mescalin
  • Mögliche Wirkung: Euphorie, farbintensive optische, aber auch Geruchshalluzinationen
  • Wirkung hält 3 bis 4 Stunden an
  • Wie bei allen Halluzinogenen kann der Rausch atypisch verlaufen (Panik, furchterregende Visionen)
  • Keine körperliche, aber psychische Abhängigkeit möglich

Psychopharmaka - Tranquilizer

Gehört zur Gruppe der Benzodiazepine

  • Verbreitete Präparate: Rohypnol, Diazepam
  • Einnahmeart: oral, injiziert
  • Heroinabhängige konsumieren diese Medikamente bei Heroinknappheit
  • Toleranzentwicklung
  • Medizinische Anwendung bei Angst- und Spannungszuständen, Sedation
  • Physisches und psychisches Abhängigkeitspotential möglich bis groß
  • Wirkung: beruhigend, gefühlsmäßig entspannend, Beseitigung von Angstzuständen, schlafanstoßend, entkrampfend
  • bei Überdosierung: Schläfrigkeit, Schwindel, Sprachstörungen

Psychotrope Substanzen

Der Begriff Droge ist sehr umfassend definiert und wird in der Umgangssprache mit unterschiedlichen Substanzen assoziiert.

Die Definition des Drogenbegriffs nach juristischen Gesichtspunkten hat sich in unserer Gesellschaft am stärksten durchgesetzt. Man unterscheidet demnach legale und illegale Drogen. Legale Drogen sind z.B. Alkohol, Nikotin. Illegale Drogen sind all diejenigen Drogen, die im Betäubungsmittelgesetz stehen und deren Erwerb, Besitz und Handel strafbar ist. Ist die Rede von Drogen, denken die meisten zuerst an diejenigen Stoffe, die verboten sind.

Jedoch versteht man unter Drogen all diejenigen Substanzen, die auf die Nervenzellen unseres Gehirns eine Wirkung haben.

Die gesellschaftliche, rechtliche und politische Einteilung des Drogenbegriffs kennzeichnet die Toleranzgrenze in unserer Kultur. So ist der Alkoholkonsum in unserer Gesellschaft absolut toleriert und integriert, obwohl Alkohol ein ähnlich hohes Gefahrenpotential birgt wie Heroin. Allzu schnell wird vergessen, dass die Legalität von Drogen nicht vor körperlichen und psychischen Gefahren schützt. Sie erleichtert nur den Konsum und die Beschaffung. Der Gebrauch, Handel und Besitz von illegalen Drogen zieht zusätzlich strafrechtliche Konsequenzen nach sich und bedingt eine soziale Isolation und Ausgrenzung, bis hin zur Verelendung.

Um diese wertende, moralbehaftete, rational nicht mehr vertretbare Einteilung zu überschreiten, muss man sich folgende generelle Begrifflichkeit bewusst machen:

Unter Drogen versteht man alle Stoffe, Mittel und Substanzen, die aufgrund ihrer chemischen Natur Strukturen oder Funktionen im lebenden Organismus verändern, wobei sich diese Veränderungen insbesondere in den Sinnesempfindungen, in der Stimmlage, im Bewusstsein oder in anderen psychischen Bereichen oder im Verhalten bemerkbar machen.

So liegt es nahe, Drogen pharmakologisch anhand der Wirkungen zu betrachten. Wirkungen können aber nicht objektiv beschrieben werden, da sie subjektiv erlebt werden. Wenn man Eigenschaften und mögliche, nicht aber zwangsläufige, Wirkungsweisen psychotroper Substanzen betrachtet, kann man zwischen zwei Gruppen von Drogen unterscheiden:

Betäubungsmittel mit die “dicht machen”: Opiate (Opium, Morphium, Heroin), Barbiturate (Schlafmittel), Analgetika (Schmerzmittel), Tranquilizer, Alkohol

Anregende Mittel, die “aufputschen”: Kokain, Amphetamine, Halluzinogene (LSD,...), Cannabis

Sozialbericht

Analog zum ärztlichen Gutachten beschreibt der Sozialbericht die soziale Situation des/der Betroffenen. Der Sozialbericht wird von dem/der zuständigen Drogenberater/In erstellt und gibt eine Einschätzung hinsichtlich der sozialen Situation, Schwerpunkte der Suchtbehandlung und der Prognose ab.

Tagesrehabilitation

Ist als teilstationäre Maßnahme eine geeignete Therapieform für Abhängigkeitserkrankte, die sich in stabiler Lebenssituation befinden und ein gesundes soziales Umfeld haben. Der inhaltliche Schwerpunkt einer Tagesrehabilitation liegt im Aufbau von Tagesstruktur und Förderung von Schlüsselfähigkeiten zur Bewältigung der Anforderungen im Arbeitsalltag.

Umwelt

Familie, peer group, Vorbilder, Konsumgewohnheiten des engeren sozialen Netzes, Suchtprobleme in der Herkunftsfamilie, Risikofaktoren, gesellschaftliche Rahmenbedingungen, soziale Perspektiven, Sucht- und Drogenpolitik, Zukunftsangst Orientierungslosigkeit, Sinnkrise